Beobachtung ≠ BeweisDie meisten Sauna-Studien sind Kohortenstudien. Sie zeigen, dass zwei Dinge gemeinsam auftreten – nicht, dass das eine das andere verursacht.
Worauf sich Prozente beziehen„−50 %“ heißt hier: im Vergleich zu Menschen mit einem Saunagang pro Woche – nicht im Vergleich zu Menschen ohne Sauna.
Wer untersucht wurdeDie finnische KIHD-Studie begann mit Männern zwischen 42 und 60 Jahren. Spätere Auswertungen schließen auch Frauen ein.
Kohortenstudie · Finnland · 2015Saunahäufigkeit und Sterblichkeit über 20 Jahre
Forschende der University of Eastern Finland begleiteten 2.315 Männer aus Ostfinnland im Mittel 20,7 Jahre lang. Wer vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna ging, starb in dieser Zeit seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und seltener insgesamt als Männer mit einem Saunagang pro Woche. Bei zwei bis drei Gängen lagen die Werte dazwischen.
Die Autoren betonen selbst: Es ist eine Beobachtungsstudie. Andere Unterschiede zwischen den Gruppen lassen sich nie ganz herausrechnen.
Laukkanen et al., JAMA Internal Medicine 2015 ↗
Relatives Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben – 1 Saunagang pro Woche = 100
Gesamtsterblichkeit, gleicher Vergleich
KohorteFinnland · 2018
Männer und Frauen im Vergleich
1.688 Personen (51 % Frauen), 53–74 Jahre, im Mittel 15 Jahre begleitet
Bei 4–7 Saunagängen pro Woche war das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 77 % niedriger als bei einem Gang pro Woche. Bei 2–3 Gängen war der Unterschied nicht signifikant.
Grenze: 181 Ereignisse insgesamt, Saunagewohnheit nur einmal per Fragebogen erfasst.
BMC Medicine 2018 ↗
KohorteFinnland · 2018
Sauna und Schlaganfall
1.628 Männer und Frauen, 53–74 Jahre, im Mittel 14,9 Jahre begleitet
Wer 4–7-mal pro Woche saunierte, erlitt in dieser Zeit rund 61 % seltener einen Schlaganfall als Personen mit einem Saunagang pro Woche.
Grenze: 155 Schlaganfälle insgesamt, Beobachtungsstudie.
Neurology 2018 ↗
KohorteFinnland · 2017
Sauna und Demenz
2.315 Männer, 42–60 Jahre, im Mittel 20,7 Jahre begleitet
Bei 4–7 Gängen pro Woche wurde 66 % seltener Demenz und 65 % seltener Alzheimer diagnostiziert als bei einem Gang. Bei 2–3 Gängen gab es keinen signifikanten Unterschied.
Grenze: nur Männer, wenige Fälle in der Vielsauna-Gruppe, daher breite Unsicherheitsbereiche.
Age and Ageing 2017 ↗
KohorteFinnland · 2017
Sauna und Bluthochdruck
1.621 Männer ohne Bluthochdruck zu Beginn, im Mittel 24,7 Jahre begleitet
Männer mit 4–7 Saunagängen pro Woche bekamen 47 % seltener eine Bluthochdruck-Diagnose als Männer mit einem Gang pro Woche.
Grenze: nur Männer, das Ergebnis liegt knapp an der Grenze zur Signifikanz.
American Journal of Hypertension 2017 ↗
QuerschnittSchweden · 2024
Wie sich Saunagänger selbst einschätzen
971 Erwachsene, 25–74 Jahre, Nordschweden – 66 % saunieren mindestens einmal im Monat
Saunagänger berichteten höheres Wohlbefinden und mehr Energie. Schon bei 1–4 Gängen im Monat war der Unterschied da – häufiger zu saunieren brachte in den Angaben kein weiteres Plus.
Grenze: eine Momentaufnahme per Fragebogen; Saunagänger waren im Schnitt jünger. Ursache und Wirkung lassen sich nicht trennen.
Int. Journal of Circumpolar Health 2024 ↗
CrossoverNeuseeland · 2007
Sauna nach dem Lauftraining
6 Wettkampfläufer, 3 Wochen je rund 31 Minuten Sauna (ca. 90 °C) direkt nach dem Training
Die Laufzeit bis zur Erschöpfung stieg um 32 % – laut Autoren entspricht das etwa 1,9 % in einem Zeitlauf. Das Plasmavolumen nahm um 7,1 % zu.
Grenze: sehr kleine Gruppe, nur Männer, nicht verblindet.
J. Science & Medicine in Sport 2007 ↗
KontrolliertUSA · 2016
Acht Wochen passive Wärme
20 junge, inaktive Erwachsene; 4–5-mal pro Woche heißes Bad (40,5 °C) gegen Scheinbehandlung
In der Wärmegruppe verbesserte sich die gemessene Gefäßfunktion (FMD) von 5,6 auf 10,9 %, der mittlere Blutdruck sank von 83 auf 78 mmHg.
Grenze: Wasserbad statt Sauna, nur 20 Teilnehmende.
Journal of Physiology 2016 ↗
ReviewAustralien · 2018
Der Überblick über 40 Studien
Systematischer Review: 40 Studien mit zusammen 3.855 Teilnehmenden
Die meisten Studien berichten positive Effekte regelmäßiger Saunanutzung. Als einzige Nebenwirkung fand sich eine vorübergehend veränderte Spermienbildung in einer kleinen Studie.
Grenze: nur 13 randomisierte Studien, meist unter 40 Teilnehmende. Die Autoren fordern bessere Daten.
Evid.-Based Compl. Alt. Medicine 2018 ↗
ReviewFinnland · 2018
Der Stand der Forschung
Übersichtsarbeit der finnischen Arbeitsgruppe in den Mayo Clinic Proceedings
Fasst die bisherigen Befunde zu Herz-Kreislauf, Lunge, Gehirn und Sterblichkeit zusammen und beschreibt, welche körperlichen Reaktionen in der Hitze gemessen werden – etwa Puls und Gefäße.
Grenze: stützt sich stark auf die eigene finnische Kohorte der Autoren.
Mayo Clinic Proceedings 2018 ↗